Welche Leitung liegt wo?

Ob ein Anschluss 16 oder 1.000 MBit/s trägt, entscheidet sich nicht beim Anbieter. Es entscheidet sich daran, was vor dem Haus im Boden liegt. Für 6.012 Gemeinden steht hier, welche der drei Leitungen dort mindestens die Hälfte der Haushalte erreichen: Glasfaser, das Fernsehkabel, die alte Telefonleitung.

Bestellbar heißt nicht gebaut

In 6.009 dieser 6.012 Gemeinden lässt sich ein Glasfasertarif bestellen. Gebaut ist Glasfaser, gemessen an mindestens der Hälfte der Haushalte, in 2.396. Beide Zahlen stimmen. Zwischen ihnen liegen 3.613 Gemeinden, in denen ein Bestellformular etwas anbietet, was an den meisten Adressen dort nicht ankommt.

Der größte Fall im Bestand ist Hamm: 179.968 Einwohner, 9 bestellbare Glasfasertarife und eine gemeldete Faserquote von 5 Prozent. Die Telefonleitung erreicht dort 93 Prozent der Haushalte, und an ihr hängen die meisten. 878 weitere Gemeinden stehen genauso da.

Das ist kein Vorwurf an die Anbieter. Ein Tarif gilt für ein Vertriebsgebiet, eine Faser für eine Straße, und das eine deckt sich nicht mit dem anderen. Es heißt nur: Ob ein Anschluss geht, wird an der Adresse entschieden und nicht im Katalog. Deshalb steht auf jeder Gemeindeseite zuerst, was der Atlas meldet, und erst danach, was sich bestellen lässt.

Die 6.012 Gemeinden nach ihren Leitungen

Gezählt wird eine Leitung, wenn sie mindestens 50 Prozent der Haushalte einer Gemeinde erreicht. Die beiden Spalten rechts sagen, wie oft eine Klasse vorkommt und wie viele Menschen in ihr wohnen. Sie laufen auseinander, und darin steckt der zweite Befund dieser Seite: Die Ausstattung folgt der Einwohnerzahl.

Leitungen über 50 Prozent Gemeinden Einwohner
Faser, Kabel und Telefonleitung 809 13,5 % 23,4 %
Faser und Kabel, ohne flächendeckendes DSL 42 0,7 % 0,5 %
Faser und Telefonleitung, kein Kabel 1.304 21,7 % 10,5 %
Kabel und Telefonleitung, keine Faser 1.529 25,4 % 50,1 %
Nur Glasfaser 241 4 % 1,4 %
Nur das Fernsehkabel 90 1,5 % 0,9 %
Nur die Telefonleitung 1.845 30,7 % 12,3 %
Keine Leitung über der Hälfte 136 2,3 % 0,7 %
Ohne Meldung im Atlas 16 0,3 % 0 %

Faser, Kabel und Telefonleitung

809 Gemeinden, 13,5 Prozent des Bestands. Darin wohnen 18.836.386 Menschen, 23,4 Prozent.

Alle drei Leitungen reichen bis zu mindestens der Hälfte der Haushalte. Hier entscheidet der Preis, nicht die Technik.

Die 24 größten von 809. Die übrigen findest du über das Suchfeld oben oder über dein Bundesland.

Faser und Kabel, ohne flächendeckendes DSL

42 Gemeinden, 0,7 Prozent des Bestands. Darin wohnen 433.130 Menschen, 0,5 Prozent.

Zwei schnelle Leitungen, die Telefonleitung bleibt darunter. Meist neuere Wohngebiete.

Die 24 größten von 42. Die übrigen findest du über das Suchfeld oben oder über dein Bundesland.

Faser und Telefonleitung, kein Kabel

1.304 Gemeinden, 21,7 Prozent des Bestands. Darin wohnen 8.463.274 Menschen, 10,5 Prozent.

Glasfaser ist gebaut, das Fernsehkabel fehlt. Der Sprung von 50 auf 1.000 MBit/s führt hier über die Faser oder gar nicht.

Die 24 größten von 1.304. Die übrigen findest du über das Suchfeld oben oder über dein Bundesland.

Kabel und Telefonleitung, keine Faser

1.529 Gemeinden, 25,4 Prozent des Bestands. Darin wohnen 40.260.215 Menschen, 50,1 Prozent.

Das Fernsehkabel trägt die hohen Bandbreiten, die Faser ist noch nicht da. Der Fall der Vorstädte und mittleren Städte.

Die 24 größten von 1.529. Die übrigen findest du über das Suchfeld oben oder über dein Bundesland.

Nur Glasfaser

241 Gemeinden, 4 Prozent des Bestands. Darin wohnen 1.145.813 Menschen, 1,4 Prozent.

Die Faser liegt, die alten Leitungen erreichen nicht die Hälfte der Haushalte. Oft Gemeinden, die geschlossen ausgebaut wurden.

Die 24 größten von 241. Die übrigen findest du über das Suchfeld oben oder über dein Bundesland.

Nur das Fernsehkabel

90 Gemeinden, 1,5 Prozent des Bestands. Darin wohnen 750.092 Menschen, 0,9 Prozent.

Koax allein über der Schwelle. Die Telefonleitung reicht hier nicht weit, und wer schnelles Internet will, ist auf das eine Netz angewiesen.

Die 24 größten von 90. Die übrigen findest du über das Suchfeld oben oder über dein Bundesland.

Nur die Telefonleitung

1.845 Gemeinden, 30,7 Prozent des Bestands. Darin wohnen 9.866.521 Menschen, 12,3 Prozent.

Die Kupferleitung aus der Telefonzeit ist die einzige, die mehr als die Hälfte der Haushalte erreicht. Was darüber geht, hängt an der Entfernung zum Verteiler.

Die 24 größten von 1.845. Die übrigen findest du über das Suchfeld oben oder über dein Bundesland.

Keine Leitung über der Hälfte

136 Gemeinden, 2,3 Prozent des Bestands. Darin wohnen 553.246 Menschen, 0,7 Prozent.

Gemeldet ist etwas, aber keine Leitung erreicht die Hälfte der Haushalte. Hier hängt viel an der Straße.

Die 24 größten von 136. Die übrigen findest du über das Suchfeld oben oder über dein Bundesland.

Ohne Meldung im Atlas

16 Gemeinden, 0,3 Prozent des Bestands. Darin wohnen 38.329 Menschen, 0 Prozent.

Für diese Gemeinden führt der Breitbandatlas keine Werte. Das heißt nicht, dass dort nichts liegt. Es heißt, dass es niemand gemeldet hat.

Was diese Zahlen sagen und was nicht

Die Quoten stammen aus dem Breitbandatlas des Bundes. Dort melden die Netzbetreiber, welchen Anteil der Haushalte einer Gemeinde sie mit welcher Technik erreichen. Es sind Meldungen, keine Messungen. Wer 100 MBit/s meldet, hat nicht nachgewiesen, dass sie ankommen.

Die Einheit ist die Gemeinde. Eine Gemeinde in der Klasse „nur die Telefonleitung“ kann eine Straße mit Glasfaser haben, und eine in der Klasse „alle drei“ kann ein Neubaugebiet haben, an dem das Kabel vorbeigeht. Die Klasse beschreibt den Ort, nicht deine Hausnummer. Was an deiner Adresse geht, sagt am Ende nur die Verfügbarkeitsprüfung des Anbieters.

Die Grenze bei 50 Prozent ist gesetzt und nicht gefunden. Der Atlas kennt Anteile und keine Ja-Nein-Angabe; um daraus Klassen zu machen, braucht es eine Zahl. Bei 40 oder 60 Prozent verschieben sich die Klassen um wenige Punkte, das Bild bleibt dasselbe. Auf jeder Gemeindeseite steht der genaue Anteil und nicht die Klasse.

Fehlt eine Meldung, steht sie hier nicht als Null. Für einen kleinen Teil des Bestands führt der Atlas gar keine Werte, und der steht in einer eigenen Klasse. Nicht gemeldet heißt nicht, dass dort nichts liegt.

Der Mobilfunk fehlt in dieser Ordnung. LTE und 5G sind kein Anschluss, sondern ein Ersatz für einen, und der Atlas führt sie in einer anderen Einheit: Fläche statt Haushalte. Wo sie die einzige Möglichkeit sind, steht das auf der Gemeindeseite.

Stand der Daten: 10.9.2026.

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